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Insight Abkhazia - ein abgeschottetes Land im Kaukasus

von Timo Vogt

Es ist ein kleines Land, dass sich zwischen die Ostküste des Schwarzen Meeres und die westlichen Ausläufer des Kaukasusgebirges zwängt. Abchasien ist nur 8.600 Quadratkilometer groß, bietet suptropisches Klima, Palmen und wunderschöne Bergwelten. Doch die Perle an der ehemaligen "Riviera der UdSSR" ist geprägt von Zerstörung. Denn als die Sowjetunion zusammenbrach, erklärten sich die Georgische SSR unabhängig. Bald darauf spalteten sich die Abchasen von Georgien, dem sie unter dem Diktator Stalin zugeschlagen wurden. Den anschliessenden blutigen Bürgerkrieg entschied Abchasien 1993 für sich, die Georgier wurden aus der Region vertrieben oder flohen aus Angst. Bis heute besteht nur ein brüchiger Waffenstillstand von 1994, der von einer russischen Friedenstruppe durchgesetzt werden soll.

Nur russische Staatsbürger können problemlos in die abgeschottete und international nicht anerkannte Republik einreisen. Jeden Sommer kommen sie zu Hunderttausenden, um an den Traumstränden im Norden des Mikrostaates zu urlauben.

Auf einem traditionellen Treffen des Hagba-Clans in Gudauta kritisieren die abchasischen Männer die von den Russen ins Land getragene Öffnung der Gesellschaft. Ihre Töchter in bauchfreien und hautengen Shirts oder Touristen in Badehosen in der Innenstadt, weit entfernt vom Strand, sehen sie gar nicht gerne. Aber nach ein paar Gläsern Wein ist das vergessen und es wird gefeiert, schliesslich sind 125 Familien des Hagba-Clans versammelt, da kann sich Trübsal nicht lange halten.

Im Republik-Krankenhaus in der Hauptstadt Suchumi ist die Ausstattung mager. Der Mangel wird verwaltet, während die bei über 40 Grad Sommerhitze leidenden Patienten Wasser in PET-Flaschen sammeln müssen, weil die Wasserversorgung nur unregelmässig funktioniert.

Und obwohl das Land vollkommen abhängig von Russland ist, das die Friedenstruppe stellt, kräftig investiert und deren Touristen auch mit der in Abchasien gültige Währung Rubel zahlen, sagt der Präsident Sergej Bagapsch: "Wir wollen die Unabhängigkeit und keinen Anschluß an die Russische Förderation". Dass sagt er in perfektem Russisch, während die Frage auf abchasisch gestellt wurde.

Russland möchte mit Abchasien den Einfluß im südlichen Kaukasus erhalten. Das Interesse ist groß. Ebenso groß das Interesse Georgiens, die abtrünnige Provinz wieder zurückzubekommen, damit die Georgier, die sich zurück nach Suchumi sehnen, wieder ein vereintes Land bekommen. Doch die Fronten sind verhärtet und die Gegner stehen sich unerbittlich säbelrasselnd gegenüber. Die Zukunft bleibt ungewiss.

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