Auf dem Weg in die Zone
Baku, die Hauptstadt Aserbaidschans (AZ), liegt am Westufer des Kaspischen Meeres, unweit der östlichen Ausläufer des Kaukasus, zwischen Dagestan im Norden und Iran im Süden, Georgien und Armenien im Westen und dem meergroßen See. Die Umgebung Bakus zählt zu Wasser wie zu Land zu den ältesten Ölfördergebieten der Welt. Seit Beginn der industriellen Ölförderung Mitte des 19. Jahrhunderts haben die Gebiete immer wieder Zerstörungen durch Unfälle, Konflikte und politische Umwälzungen erlebt, deren Spuren nie systematisch getilgt wurden. Neue Herrscher und Investoren interessierten sich stets ausschließlich für ihre Gewinne. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Drei Bildkapitel über ein Land, das noch 2003 wie ein Museum vergangener Epochen wirkte - der sowjetischen und mehr noch der der zerstörerischen Menschheitsdroge Erdöl - und auch schon wie ein Requiem auf beide.
Ich fühlte mich bei meiner Arbeit in den Ölfeldern wie in den Kulissen eines endzeitlichen Filmes - Tarkowskij begleitete mich im Geiste genauso oft wie Beckett, zugleich sind die Szenerien aber völlig einzigartig. Kein Bild entstand dabei mit Genehmigung, im Gegenteil: alle sind "gestohlen", erbeutet, abgetrickst. Mit Mut hatte das trotzdem nichts zu tun, umso mehr mit Chupze, einer gewissen Bereitschaft, mitzuspielen, sich nicht einschüchtern zu lassen und vor allem, sich von einem guten Bild durch nichts und niemand abhalten zu lassen.
Alle Aufnahmen entstanden auf Farbnegativmaterial 13x18cm. Die Bilder sind bisher kaum publiziert, ca. 40 großformatige Ausdrucke der Öl-Motive und trommelgescannte Dateien aller Aufnahmen sind verfügbar. Weitere Infos unter hinterkeuser.de.
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